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Wohngemeinschaften

Eine Wohngemeinschaft besteht aus mehreren Bewohnern, die zwar jeweils ein oder zwei eigene Zimmer haben, aber grundsätzlich die Wohnung, d.h. die zentralen Räume wie die Küche und das Wohnzimmer, miteinander teilen. Dies bringt ein hohes Maß an Nähe mit sich, da die persönlichen Rückzugsmöglichkeiten, und damit auch die Privatsphäre, zumeist auf das eigene Zimmer beschränkt sind.

Bei der Auswahl der Wohnung sollte daher darauf geachtet werden, dass diese insgesamt genügend Platz bietet und die Zimmer ungefähr gleich groß und gleich geschnitten sind. Neben einer einzelnen Mietwohnung kann es darüber hinaus auch eine Alternative sein, mehrere Wohnungen auf derselben Etage eines Hauses miteinander zu verbinden, um auf diese Weise eine zusammenhängende Wohneinheit zu schaffen. Ebenfalls können Einfamilienhäuser und Lofts für eine Wohngemeinschaft in Betracht gezogen werden, sofern sie günstig aufgeteilt sind.

Die Vorteile einer Wohngemeinschaft ergeben sich in erster Linie aus der gegenseitigen Unterstützung der Mitbewohner. Dies betrifft sowohl anfallende Tätigkeiten im Haushalt, das gemeinschaftliche Einkaufen oder auch die Unterstützung im Falle einer Erkrankung. Darüber hinaus schützt das Zusammenleben im Alter wirksam gegen die Gefahr der Vereinsamung, da man stets andere Menschen um sich hat und durch die Freunde und Familien der Mitbewohner noch einmal neue Sozialkontakte knüpfen kann. Ebenfalls lassen sich in der Gruppe vielfältige Freizeitaktivitäten zusammen erleben, die man als Einzelperson eventuell nicht wahrgenommen hätte.

Damit ein möglichst harmonisches Zusammenleben in der Gruppe funktioniert ist es wichtig, dass alle Mitbewohner ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme mitbringen. Zum einen sind alle zentralen Entscheidungen, beispielsweise über die Aufnahme eines neuen Mitbewohners oder die Neugestaltung des Wohnzimmers, stets in der Gruppe zu treffen. Auch gilt es, sich der eigenen Gewohnheiten bewusst zu sein und auch die Gewohnheiten der anderen zu respektieren. Dies gilt für alle Lebensbereiche und kann beispielsweise die Schlafgewohnheiten, die bevorzugten Essenszeiten oder auch die Vorliebe für ein bestimmtes Fernsehprogramm betreffen. Um eventuell dennoch auftretende Konflikte frühzeitig aus der Welt zu schaffen, ist es darüber hinaus wichtig, dass diese offen angesprochen und ausdiskutiert werden. Nur auf diese Weise kann ein harmonisches Miteinander über einen längeren Zeitraum erreicht werden.

Bereits zu Beginn des Zusammenlebens ist zu klären, ob und in welchem Ausmaß im Fall der Fälle Pflegetätigkeiten für einen hilfsbedürftigen Mitbewohner geleistet werden. Da es im Alter nicht auszuschließen ist, dass in der Zukunft ein Gemeinschaftsmitglied pflegebedürftig wird, empfiehlt es sich, hierüber frühzeitig zu sprechen und abzustecken, wie viel Unterstützung aus der Gemeinschaft selbst geleistet werden kann, wofür die Familienangehörigen zuständig sind und für welche Bereiche beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst oder ein Mobiler Sozialer Dienst beauftragt wird.

 

Das Wichtigste im Überblick: Wohngemeinschaften

  • Großes Maß an persönlicher Nähe zwischen den Wohnpartnern; Privatsphäre oftmals auf das eigene Zimmer beschränkt
  • Weitgehend selbstbestimmte Lebensführung
  • Gegenseitige Unterstützung der Mitbewohner
  • Neue Sozialkontakte durch die Familien, Freunde und Bekannte der Mitbewohner
  • Gemeinschaftliches Wahrnehmen von Freizeitaktivitäten in der Gruppe
  • Notwendigkeit von hoher Kompromissbereitschaft und hohem Maß an Rücksichtnahme bei allen Mitbewohnern
  • Offenes und kommunikatives Miteinander, um Konflikte frühzeitig aus der Welt zu schaffen
  • Frühzeitige Klärung, was im Falle der Pflegebedürftigkeit eines Mitbewohners zu tun ist

 

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