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Stationär betreute Wohngruppen

Stationär betreute Wohngruppen stellen eine noch relativ neue Form der stationären Betreuung dar und verfolgen das Ziel, den persönlichen Lebensgewohnheiten der Pflegebedürftigen verstärkt Rechnung zu tragen. Angeboten werden sie in erster Linie von Alten- und Pflegeheimen, die hierfür spezielle Wohneinheiten auf oder außerhalb des Heimgeländes eingerichtet haben. Dies hat zur Folge, dass sie – anders als bei ambulant betreuten Wohngruppen – den heimrechtlichen Bestimmungen mitsamt der baulichen und personellen Vorgaben unterliegen. Ebenfalls haben die Mitglieder einer Wohngruppe den Status von Heimbewohnern und die Kosten der Unterbringung entsprechen weitgehend denen der üblichen Heimkosten.

Alternative Bezeichnungen für stationär betreute Wohngruppen sind betreute Hausgemeinschaften oder KDA-Hausgemeinschaften. Letztere Bezeichnung ergibt sich aus dem Umstand, dass das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) das Konzept der betreuten Hausgemeinschaften aus dem Ausland auf Deutschland übertragen hat.

Eine stationär betreute Wohngruppe besteht zumeist aus sechs bis zwölf Personen, die eine feste Wohngruppe bilden und zusammen in einer Wohneinheit leben. Betreut wird die Gruppe von Pflegekräften der Heimanlage. Besonderer Wert wird hierbei auf die Aufrechterhaltung eines möglichst normalen Alltagslebens der Gruppenmitglieder gelegt und weniger auf einen festgelegten und für alle gleichermaßen gültigen Tagesablauf. Anders als in der klassischen stationären Pflege wird der Tagesablauf somit nicht durch die verschiedenen Pflegemaßnahmen sowie fester Aufsteh-, Zubettgeh- und Essenszeiten bestimmt, sondern richtet sich verstärkt nach den individuellen Gewohnheiten der Bewohner. Ebenfalls werden die Gruppenmitglieder verstärkt in die Haushaltsführung eingebunden und haben die Möglichkeit sich innerhalb der vorhandenen Gemeinschaftsräume, um die sich zumeist die jeweiligen Privatzimmer gruppieren, auszutauschen und Zeit miteinander zu verbringen. Hierdurch wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und einer drohenden sozialen Vereinsamung entgegen gewirkt.

 

Das Wichtigste im Überblick: Stationär betreute Wohngruppen

  • Oftmals angeboten von Alten- und Pflegeheimen in speziellen Wohneinheiten auf oder außerhalb des Heimgeländes
  • Bewohner haben Status von Heimbewohnern
  • Kosten im Bereich der üblichen Heimkosten
  • Alternative Bezeichnungen: Betreute Hausgemeinschaften, KDA-Hausgemeinschaften
  • Stärkere Berücksichtigung der persönlichen Lebensgewohnheiten der Pflegebedürftigen
  • Betreuung durch Pflegekräfte der Heimanlage
  • Zumeist zwischen sechs und zwölf Bewohner in einer Wohngruppe
  • Stärkere Einbindung der Bewohner in die Haushaltsführung
  • Gemeinsame Nutzung von Gemeinschaftsräumen; Stärkung des Gemeinschaftsgefühls