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Unseriöse Haustürgeschäfte

Unseriöse Haustürgeschäfte zeichnen sich dadurch aus, dass die Opfer, zumeist ältere Menschen die alleine leben und tagsüber zu Hause sind, dazu gedrängt werden einen Geschäftsabschluss zu tätigen indem sie ihre Unterschrift unter einen Kaufvertrag o.Ä. setzen. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Mitarbeiter von Telefonanbietern, die unangekündigt an der Haus- oder Wohnungstür stehen und einen neuen, besonders günstigen Tarifvertrag anpreisen. Ebenfalls weit verbreitet sind Zeitschriftenabonnements, die als kostenfreies (oder zumindest vergünstigtes) und unverbindliches Probeabo verkauft werden, sich jedoch ohne ausdrückliche Kündigung durch den Abonnenten in ein dauerhaftes und kostenpflichtiges Abonnement umwandeln. Eine andere Masche gaukelt den Opfern vor, dass die Erlöse sozialen oder karitativen Zwecken zu Gute kommen oder aber dass es sich bei dem Verkäufer um einen auf Bewährung entlassenen Strafverurteilten handelt, der durch den Verkauf seinen Lebensunterhalt verdienen muss.

In allen diesen Fällen ist es das Ziel der Täter, die angesprochenen Opfer zu einer Vertragsunterschrift zu bewegen, auch wenn diese die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen überhaupt nicht benötigen. Eine Möglichkeit, trotz geleisteter Unterschrift von derartigen Verträgen zurückzutreten, bietet der Gesetzgeber seit 2002 durch die Paragraphen 312 und 355 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB): Sie gestehen jedem Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufs- und Rückgaberecht ohne Angabe von Gründen zu. Um diese Frist zu umgehen, versuchen einige Täter daher, das Datum auf dem Vertrag zu manipulieren und vorzuverlegen. Hierauf ist im Falle einer Vertragsunterzeichnung besonders zu achten und es sollte stets ein Durchschlag des Vertrags verlangt werden.

 

Das Wichtigste im Überblick: Haustürgeschäfte

  • Unangekündigter Besuch durch einen Verkäufer mit einem angeblich günstigen Angebot (besonders beliebt: Zeitschriftenabonnements, Telefontarife)
  • Eventuell Hinweis auf soziale oder karitative Verwendung der Verkaufserlöse oder Appell an das Mitleid der potentiellen Käufer

 

Das Wichtigste im Überblick: Wie Sie sich schützen können

  • Kein spontaner und übereilter Vertragsabschluss
  • Keine Barzahlung und kein Kauf ohne Rechnung
  • Möglichkeit, gemäß §§ 312 und 355 BGB innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen von dem Vertrag zurück zu treten
  • Kontrolle des im Vertrag angegebenen Datums und Verlangung einer Vertragskopie (Durchschlag)

 

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